Sie sind auf der Suche nach einer unterhaltsamen Urlaubslektüre und Sie lieben skurrile Geschichten? Dann werden Sie in meinem Dielenladen la vetrina fündig. Genießen Sie die Erzählungen aus "Nachtschattengewächse" bei einem Glas Wein auf der Terrasse Ihrer Ferienwohnung. Vergnügliches Erschaudern ist inbegriffen.

 

 


C
hrista W inter

               
            
  Nachtschattengewächse

 

 

 

 

 

 

erschienen im BoD Verlag
Edition Rutenmühle
Hardcover 
52 Seiten, € 14,80
Vertrieb:
Christa Winter Rutenmühle 8
29643 Neuenkirchen
 

 

Sie glauben die Lüneburger Heide ist ein beschauliches Fleckchen Erde? Sie irren. Denn im Hahnenbachtal kommt die ländliche Idylle beunruhigend ins Wanken. 

 … da lauert Magdalena auf eine perfide Gelegenheit sich einen Traum zu erfüllen
 ... gehen Geschwister einem makabren Zeitvertreib nach
 … wird eine Gartenhacke nicht nur zum Unkraut jäten verwendet

An diesen Schreckenskitzeln werden nicht nur Anhänger des schwarzen Humors ihr Vergnügen haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

erschienen im BoD Verlag
Edition Rutenmühle
Booklet Kurzkrimi
15 Seiten, € 4,50
Vertrieb:
Christa Winter, Rutenmühle 8
29643 Neuenkirchen

 

Der KanaL

Kurz vor Weihnachten wird in Tönning die Leiche des Bäckermeisters Petersen aus dem Kanal gefischt. Schnell gerät die streitbare Eiderfriesin Fenna Hansen unter Mordverdacht. Der ermittelnde Kripo-Beamte aus Husum scheint jedoch nur wenig Energie darauf zu verwenden, der jungen Frau die Tat nachzuweisen. Während das Husumer Tageblatt bereits reißerische Schlagzeilen liefert,  kommt es auf der Fußgängerbrücke am Marktplatz zu einem dramatischen Ereignis, das ganz Tönning in Aufregung versetzt.

„… skurrile Charaktere, hintergründiger Humor … ein mörderisch feines Lesevergnügen, das Lust auf mehr aus der Feder der Autorin macht.“

 


Dr. Petra Busch, Krimiautorin, Glauser Preisträgerin 2011 für das beste Krimi-Debüt "Schweig still, mein Kind"

 

 

 
 

 

Leseprobe aus  Nachtschattengewächse  ›Magdalena<

Es gibt Menschen die bereits durch ihr Erscheinungsbild keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass sie allen niederen Anfeindungen erhobenen Hauptes die Stirn bieten. Diese Menschen haben in der Regel ein offenes Gesicht und wenn sie lächeln bilden sich hinreißende Grübchen auf beiden Wangen. Sind diese Wesen weiblich, verblasst ihre Selbstsicherheit auch im Alter nicht. Sind sie männlich, neigen sie ab fünfzig zur Nachgiebigkeit. Dessen ungeachtet haben beide Gattungen einen Hang zu Ehepartnern die ihnen in ihrer Liebenswürdigkeit in nichts nachstehen und an schönen Sommerabenden wandeln sie mit diesen durch die virtuos komponierten Blumenrabatten ihres Bauerngärtchens. Das Einzige was diese Individuen aus den wohlgeordneten Bahnen ihres Lebens herauskatapultiert, ist ihre Sammelleidenschaft für Leichen. Nicht dass daran etwas Absonderliches wäre. Im Gegenteil. Es ist eine Beschäftigung, die, wie jede andere der Entspannung dienende Tätigkeit auch, den Zeiten des Lebens sinnwahrende Bedeutung verleiht, die nicht durch lebenssichernde Umtriebigkeiten geprägt sind. Allerdings ist die Besessenheit, mit der diese Geschöpfe den Objekten ihrer Begierde nachjagen, befremdlich. 

Auch Magdalena frönte einer Sammelleidenschaft. Aber sie war wankelmütig. Im Laufe ihres Lebens hatten sich ihre Vorlieben so vielfältigen Strömungen unterworfen, dass niemand wusste welchen Dingen sie sich als nächstes zuwenden würde. Auch Gustav wusste es nicht und  am wenigsten konnte Magdalena selbst darüber Auskunft geben. Vorhersehbar war allein Magdalenas absonderliches Gelächter, das verlässlich mit jedem ihrer neuen Sammelanfälle einherging. Denn Magdalenas größte Befriedigung war es, sich immer ausgefalleneren Sammelneigungen hinzugeben. Ja, man muss der Vollständigkeit halber erwähnen, dass sie von einer außerordentlichen, noch niemals vorher da gewesenen Sammlung träumte. Und dieser Wunsch veranlasste Magdalena zu immer kurioseren Ideen und Gustav ein ums andere Mal zu der Feststellung, er sei eine arme Seele. Anfänglich  überging Magdalena diesen Stoßseufzer. Aber mit der Zeit bemerkte sie, dass dieser Seufzer in ihr ein sonderbares Verlangen auslöste. Tief in ihrem Inneren nistete sich dieses Verlangen ein, wo es eigenmächtig Wurzeln schlug und ohne ihr Zutun glückverheißende Blüten trieb.

„Rostige Bratpfannen? Meine Liebe findest du nicht auch …?“

„Sie gefallen dir nicht, Gustav?“

„Nein Magdalena. Wenn ich ehrlich bin, sie gefallen mir nicht sonderlich.“

„Dann haben dir die Dachziegeln auch nicht zugesagt?“

„Nein Magdalena, die Dachziegeln auf den Fensterbänken auch nicht. Und auch nicht die achtundzwanzig Regenschirme. Und wenn wir schon einmal dabei sind …“

Das Licht der untergehenden Sonne irrlichterte in Magdalenas Augen.  „Ja, ich weiß. Du bist eine arme Seele.“

Gustav wollte sich in Bezug auf Magdalenas Seele nicht zu einer unüberlegten Bemerkung hinreißen lassen.  „Also, wie gesagt, wenn wir schon einmal dabei sind, du könntest deine Aktivitäten eventuell auf etwas Gefälligeres verlegen, auf etwas weniger Exzentrisches. Auf etwas, das vielleicht ausnahmsweise den Sinnen schmeichelt.  Düfte zum Beispiel. Düfte schmeicheln ungemein.“ Gustav lächelte Magdalena gewinnend an. “Ja ich denke wirklich, du könntest Kräuter sammeln.“

„Kräuter, Gustav? Du meinst allen Ernstes ich soll Kräuter sammeln? Bis an mein Lebensende? Ich soll ein altes Weib werden, mit Hakennase und mit einem Weidenkorb auf dem Rücken? Ich soll krumm werden mit den Jahren Gustav … krumm? Gustav! Ich müsste mir einen Gehstock aus Buchenholz schnitzen … und ich würde wahrscheinlich niemals mehr die Kraft haben diese eine Sammlung ...“

Unglücklicherweise erfuhr Gustav vorerst nicht, wozu Magdalena voraussichtlich niemals mehr die Kraft haben würde. Weil Magdalena dieser Unterhaltung kurzerhand ein Ende setzte, indem sie wie leblos auf den Dielenboden sank und ernsthaft krank wurde. Tagelang wälzte sie sich phantasierend im Fieber durch wirre Träume und nachts schlug sie sich am Bettpfosten die Fußknöchel blutig. Am sechsten Tag faltete Magdalena die Hände über der Bettdecke.

„Ich werde sterben, Gustav. “

„Blödsinn,“ sagte Gustav. Lächelnd wickelte er sterile Mullbinden um Magdalenas nässende Wunden und schichtete Eiskompressen aus dem Tiefkühlfach auf ihre Stirn.

„Es hilft nichts,“ sagte Magdalena und starrte zur Zimmerdecke „wenn ich Kräuter sammeln muss, will ich sterben.“

„Was für eine törichte Idee. Es stirbt sich nicht so mir nichts dir nichts. Es gehört schon ein bisschen mehr dazu als ein paar Grad zu viel auf dem Fieberthermometer … und schließlich und letztendlich … niemand stirbt, nur wegen einer belanglosen Meinungsverschiedenheit.“

„Einige schon,“ zischte Magdalena.

Erfreulicherweise gehörte Gustav nicht zu der Sorte Mensch, die sich durch offen ausgesprochene Morddrohungen verärgern ließ. Gustav war warmherzig. Und da mit dieser Eigenschaft ein angenehmer Grad an Kreativität einherging, hob Magdalena mit milder Neugier den Kopf vom Kissen.



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